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DIE BLENDE - Fotografie und du...

Die Blende ūüď∑

 

 

 

Im Fachjargon auch APERTURE (engl./franz.:√Ėffnung) genannt.

 

 

 

Daher auch das A auf deinem Einstellrädchen. Aber dazu ein andermal mehr.

 

So wie fast alles, wird auch die Blende momentan von großen und kleinen Möchtegerns da draußen gehyped und beschworen, wie ein Gott.

 

Jeder braucht unbedingt eine Linse mit möglichst f1.4 oder gar f1.2 .

 

Die meisten tun das aber nur, um ihre Produkte (Objektive,Kameras,Touren,Kurse) an den Mann (oder die Frau) zu bringen. Dabei geht der technische, ja wegen mir, langweilige Teil gern verloren.

 

Aber um sein Handwerk korrekt zu verstehen, muss man auch alles rundherum wissen. Das ist wie in jedem Beruf. Vom Lehrling zum Meister.

 

 

 

ūüďĖ Daher hier mal der theoretische Part und das Wissen um die Macht...¬†

 

 

 

Die Blende wird von unterschiedlichen Faktoren gesteuert.
Manche kannst du als Anwender variieren, andere nicht.

 

Ganz zu Beginn geht die Blende mit der Bauart des Objektivs selbst einher.

 

Schau dir dazu einfach einmal unterschiedliche Linsen an und du wirst es erkennen. Gerade alte Objektive sind ein gutes Beispiel.

 

WEITWINKEL LINSEN sind meist kurz und Flach und so mancher Hersteller hat das liebe gute PANCAKE (Pfannkuchen ūü•ě ) Objektiv im Repertoire.
Dem entgegen gibt die sog. OFENROHRE, nämlich TELEOBJEKTIVE in Form langer Zylinder.
Die bauliche Länge hängt dabei gar nicht immer von der Brennweite ab, wie man meinen sollte.
Vielmehr ist es in einem weitwinkligen Objektiv schlicht leichter eine m√∂glichst kleine oder besser, offene Blende zu erreichen, als an einem Objektiv mit hoher Brennweite. Dort muss man versuchen die √ĖFFNUNG gro√ü zu halten und dabei einen Brennpunkt weit vor dem Film oder Sensor zu erreichen.
Dazu benötigt man viel mehr Linsen um das Licht durch dieses "Rohr" hindurch  zu leiten.

 

Als Starres Objektiv ohne einen steuerbaren Fokus wäre das auch einfach.

 

ūüĎĀ‚Äćūüó® Selbst JACK SPARROW hat so ein Ding. ūüĒ≠ KLAR SOWEIT? ūüŹī‚Äć‚ė†

 

Aber wenn man den Fokus ver√§ndern will, m√ľssen dann eben doch viele Linsen hin und her geschoben werden und das ben√∂tig Platz. Die Baul√§nge w√§chst.

 

Richtig deutlich sieht man das auch, wenn man ein altes 50mm f1.8 in den H√§nden hat. Das hat einen groben Durchmesser von 5-7cm und eine mittlere L√§nge von vieleicht 6-8cm. Nimmt man nun ein aktuelles 50mm der neusten Generation (hab ich, GOIL¬† ) dann ist das locker 13-17cm lang, ist nicht mehr zylindrisch sondern eher kegelf√∂rmig und hat an der breiten Seite nen Durchmesser von 8-10cm. Daf√ľr hat es dann nen superschnellen Fokus und eine Blende von f1.8 bis f1.2. Der Nachteil ist dann aber auch im Gewicht zu finden. Aber das ist ein anderes Thema.

 

ūüďĖ Nun bleiben wir aber erst einmal bei der aktuelleren Fotografie und bei...

 

DER BLENDE ūüí¨

 

Seit dem der ISO, also die Lichtempfindlichkeit des Bildträgers, an die Lichtverhältnisse anpassbar ist, dient die Blende tatsächlich eher der Gestaltung als der schlichten Lichtsteuerung.
Je offener die Blende (kleine Zahl/großes Loch) desto größer der Effekt der Unschärfe.
Das liegt daran das das Fokusfeld immer kleiner wird, also jene Ebene, die wir als scharf wahrnehmen.

 

Um das besser zu verstehen empfehle ich Apps, mit deren Hilfe man die Hyperfokale, die Belichtungszeit usw. ausrechnen kann. √Ąndert man dort die Blende sieht man sch√∂n wie schnell der Fokusbereich, also die Sch√§rfeebene, schrumpft, wenn die Blende ge√∂ffnet wird. Oder der Bereich w√§chst, wenn die Blende geschlossen wird.

 

Die sog. TIEFENEBENE wird k√ľrzer oder gr√∂√üer.

 

 

 

WOW..so viele dämliche Begriffe, die den physikalischen, mathematischen
und/oder mechanischen Aspekt und / oder Funktion beschreiben...
Aber ein Maler kann auch nur gut malen, wenn er das herstellen und
mischen der Farben versteht...also weiter im Text.

 

  • Beispiel:
    Blende 1:1.8 = kurzer Fokusbereich oder kurze Tiefenebene
    Blende 1:14  = großer Fokusbereich oder lange Tiefenebene
    Blende 1:22  = sehr großer Fokusbereich oder Tiefenebene.

 

Je nach Brennweite kann Blende 22 durchaus das ganze betrachtete Bild in die scharfe Ebene holen.

 

Am wahrscheinlichsten bei Objektiven, die weitwinklig sind.

 

Wie groß oder kurz der fokusierbare Bereich tatsächlich ist, hängt zudem auch noch von der Brennweite des Objektivs, der Größe des Sensor oder Bildträgers und dem vorhandenen Licht ab!!!

 

 

 

ūüĎĀ‚Äćūüó® Im englischen hat man es √ľbrigens leichter die vielen Werte,
die man in deutsch einfach nur Blende nennt, zu unterscheiden.
Da hat man die BLENDE = APERTURE
Und die BLENDENZAHL = F-STOP (nennt man auch den Blendenschritt)

 

Wieso wird die Blende heute als f1.8 und fr√ľher 1:1.8 angegeben??
Das 1:1 steht f√ľr das mathematische Verh√§ltnis von Brennweite zu Blenden√∂ffnung in Millimeter

 

  • ein Beispiel:
    ein Objektiv mit einer Brennweite von 35mm und einer Blendenöffnung von realen 35mm hätte das Verhältnis 1:1 oder auch f1.0
    Mit Blendenöffnung ist dabei das simple Loch gemeint.
  • ¬†Zudem nennt man diese Zahlen auch Die Blendenzahl.

 

ūüĎĀ‚Äćūüó® Das "f" kommt dabei vom englichen FOCAL RATIO (Fokusverh√§ltnis).

 

Das wiederum bedeutet, das eine f1.8 bei 50mm mathematisch und physikalisch eine andere Blende ist, als eine f1.8 bei 85mm.

 

Da die √Ėffnung, also das Loch, an sich anders sein muss. Das erkennt man gut wenn man Objektive einer Baureihe mit unterschiedlichen Brennweiten und gleichen Blendenzahlen sieht. Besonders gut bei √§lteren Linsen.

 

Oft erzählt und dennoch FALSCH:

 

 

!!Die Blende ist f√ľr die Lichtmenge, die durch kommt zust√§ndig!!

 

Hmm...jjjaiiinn. ūü§Ē

 

Ja, du kannst das Licht in seiner Menge regulieren, wenn du die Blendenzahl √§nderst. Aber wieviel Licht wirklich durchkommt h√§ngt von den Linsen selbst ab, also vom Glas. Dessen G√ľte ,, Reinheit, der Anzahl der Linsen und deren Kr√ľmunngen.

 

Das bezahlt man dann auch (zB.: ZEISS Linsen / Leica u.ä.).

 

Man spricht davon, das solche Objektive schärfer sind.

 

Das sind sie aber nur, weil sie mehr reales Licht durchlassen.

 

Deshalb spricht man unter Fachleuten bei der Blendenöffnung  von der APERTURE und bei der Lichtdurchlässigkeit von der TRANSMISSION oder dem TRANSMISSIONSFAKTOR.
Der TRANSMISSIONSWERT rechnet schließlich den LICHTVERLUST, also wieviel Licht physikalisch von der ersten Linse bis zum Sensor verloren geht, mit ein und ist ein verlässlicher Wert, wie gut ein Objektiv ist.

 

 

 

Die meisten wird das allerdings nicht wirklich interessieren. ODER?

 

F√ľr den normalen Knipser ist daher erstmal nur folgendes relevant.
‚Äļ JE KLEINER DIE ZAHL "f" umso gr√∂√üer ist das LOCH im Objektiv oder besser die Fl√§che,durch die das Licht hindurch kann.
‚Äļ Je GR√Ė√üER DIE ZAHL "f" umso kleiner das Loch der Blenden√∂ffnung.

 

Aber woher kommen nun die Zahlen f1.4 - f5.6 - f14 ...usw ???

 

Die Linse eines Objektivs ist prinzipiell erstmal nicht mehr als ein Kreis mit einem Flächeninhalt (A) und einem Radius (r)

 

AMTLICHE WARNUNG VOR MATHEMATIK.
MATHELERGIKER SOLLTEN AN DIESER STELLE SCHNELL WEITERSCROLLEN, ODER
EINFACH EIN LIKE DALASSEN UND DEN THREAT SCHLIESSEN!!!

 

A = ŌÄ * r¬≤
Nach ein wenig umformulieren ergibt sich, dass die doppelt so große Fläche x wie folgt errechnet wird.
2*A=ŌÄ(r*x)¬≤
‚ąö2*ŌÄ*r¬≤/ŌÄ = r*x
r*‚ąö2=r*x
x = ‚ąö2
und ‚ąö2 = 1.4¬† (genauer 1.41421...)
Ausgehend vom Verhaltnis 1:1 ist die doppelt so große Blendenöffnungsfläche also 1:1.4

 

f1.0 * ‚ąö2 = f1.4 * ‚ąö2 = f2.8 * ‚ąö2 = f4.0 usw.

 

UND WIESO GIBT ES DANN AUCH f3.5 - 3.8 - 5.6 u.ä.???

 

Das sind die sogenannten Halben oder Viertel Blenden. Bestimmt hat der ein oder andere das schon einmal gehört.  Bei moderneren Kameras kann man das sogar manchmal einstellen ob sich die Blende um 0,3 oder 0,7 vergrößern/kleiner soll.

 

AM ENDE KOMMT ES ABER AUF DAS FOTO SELBST AN UND NICHT AUF IRGENDEINE ZAHL.

 

 

 

Dennoch schadet es ja nicht, das alles einmal zu verstehen oder wenigstens gelesen zu haben.

 

Und ab jetzt, betrachtest du den Begriff BLENDE vieleicht mit anderen Augen.

 

 

 

ein kleiner Weberknecht in einem Sandkasten. Fotografiert mit einem f2.8 50mm Makroobjektiv
©Farbsynthese

 

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